British Comedy

British Comedy (DE)

Text: Karen Schlaegel, München
Illustration: Sarah Nickel, München

Ich LIEBE britische Comedians! Sarkasmus und Selbstironie sind typisch für den britischen Humor (und im übrigen für den Briten im allgemeinen), und auch ein Zeichen dafür, dass die Briten in der Lage sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Dabei gibt es meist keine Tabus – ausnahmsweise wird hier die politische Korrektheit über Bord geschmissen. Hier auf Red Black London, dem illustrierten London Blog erfahrt ihr alles über britische Comedy.

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Britisches Fernsehen ist voll von Comedy Shows, von denen einige auch international sehr erfolgreich sind, wie zum Beispiel The office von Ricky Gervais, die die deutsche Serie Stromberg offiziell ‚inspiriert‘ hat (wobei ich denke, dass man sagen kann, dass Stromberg auf The office basiert…).

Jahr im August findet das Edinburgh Fringe Festival statt, ein Festival, das sich komplett der Comedy widmet. In den Wochen vor dem Festival, testen viele Comedians ihre Show, was eine super Möglichkeit ist selbst einige der berühmten Comedians für wenig Geld in London zu sehen. Aber selbst während des Jahres, hat London viel zu bieten was Comedy angeht. Comedians kann man oft in den ganz großen Venues sehen, wie der O2 Arena oder dem Hammersmith Apollo Theater. Zudem sind Comedy Clubs sehr beliebt. An einem Abend kommt man in den Genuß von drei oder vier Comedians. Manchmal ist es eine Überraschung, wer auftritt und das kann natürlich manchmal eine gute oder auch mal eine schlechte Überraschung sein. Aber wenn man gerade mal £5 für ein Ticket bezahlt hat, kann man nicht wirklich etwas falsch machen.

Das Gerücht, dass wir Deutschen keinen Humor hätten, hält sich hartnäckig. Auf diese und andere Stereotypen baut Henning Wehn: der selbsternannte Deutsche Comedy Botschafter. Henning zog bereits 2002 nach England, um dort in der Marketing Abteilung eines Fußballvereins zu arbeiten und um sein Englisch zu verbessern. Ein Jahr später nahm er an einer Open Mic Comedy Nacht teil und ist in den letzten Jahren ziemlich berühmt geworden. So tritt er regelmäßig im englischen Fernsehen auf und seine Shows sind meist ausverkauft. In seinen Shows beweist er welch großartigen Einblick er in die deutsche und englische Psyche und Lebensweise hat und macht sich über beide Nationen gleichermaßen lustig. Und falls ihr kein Ticket mehr bekommen solltet, könnt ihr über seine Website zumindest seinen monatlichen, witzigen und kostenlosen Newsletter abonnieren.

Ein weiteres Comedy Event mit einem literarischem Thema – und eine Art Geheimtipp – ist das  Literary Death Match. Und das funktioniert folgendermaßen: vier Autoren haben jeweils sieben Minuten, um aus einem ihrer Werke vorzulesen. Jeweils zwei Autoren treten gegeneinander an und werden von drei Kampfrichtern bewertet in den Kategorien 1) literarischer Wert 2) Performance und 3) Ungreifbares. Und wie die Kategorien erahnen lassen, ist das alles nicht so ganz ernst zu nehmen. Die zwei Gewinner treten dann im Finale gegeneinander an, dass aus wechselnden, absurden Spielchen besteht und der Gewinner darf schließlich die Krone des Literary Death Match sein eigen nennen. Unter den Autoren, die bereits teilgenommen haben, findet man bekannte als auch erst noch bekannt werdende. Ich hatte zum Beispiel das Vergnügen Chris O’Dowd zu sehen, bekannt aus der Kultserie The IT crowd, der aus seinem Buch Moone Boy – ebenfalls eine TV Serie – vorlas. Und Lionel Shriver war bereits Teil der Jury (für die Unwissenden: sie ist Autorin des Bestellers We need to talk about Kevin). Und all dies für gerade mal £12 in kleinen, intimen Venues in London verteilt.

Eine kleine Warnung zum Schluss: falls ihr in eine der vorderen Reihen sitzt, könnte es passieren, dass ihr Teil der Show werdet: die Comedians sprechen gerne mal mit dem Publikum. Um dem zu entgehen, empfehle ich in den hinteren Reihen Platz zu nehmen. Zudem gibt es meist ein paar Joker im Publikum, die meinen genauso lustig wie der Comedian auf der Bühne zu sein. Diese fangen dann an, die Show zu kommentieren. Dies nennen die Engländer ‚heckling‘ und gibt dem Ganzen noch ein Improvisationselement.

Zu guter letzt sei noch gesagt, dass viele Comedians starke, regionale Dialekte sprechen. D.h. ein gewisses Level an Englischkenntnissen ist meist Voraussetzung, um die Witze dann auch zu verstehen.

 

Comedy Venues:

Camden Comedy im Camden Head Pub – ein winziger Raum im ersten Stock dieses traditionellen Pubs, Ticketpreise starten bei nur £5

Comedy Cafe – im trendigen Stadtteil Shoreditch auf der Rivington Street; jeden Samstag Comedy Show mit hauptsächlich noch unbekannten Comedians und anschließend legt ein DJ auf; Tickets ab £12

Covent Garden Comedy Club – zwischen Embankment und Charring Cross Station; behauptet der grӧßte und erfolgreichste unabhängige Comedy Club in Zentral London zu sein; Eintritt £13/£15

Leicester Square Theatre – zwei Bühnen: eine winzig und sehr kuschelig und die andere mittelgroß; hier findet man oft große Namen zu guten Preisen

Pleasance theatre – zu finden in London und Edinburgh; in London Nähe Caledonia Road Station, nӧrdlich von King’s Cross; die Hauptbühne hat 260 Sitze und das Stagespace gerade mal 54 – hier wirds schon sehr eng; berühmte als auch weniger berühmte kann man hier sehen

Soho Theatre – auf der Dean Street, die von der Tottenham Court Road abgeht; drei Bühnen und eine Bar; oft etwas verrückte Comedy und Theater zu niedrigen Preisen

The 99 Club – bietet Shows in vier Venues an; Eintrittspreise fangen bei nur £9 an; das Venue in Covent Garden ist in einem Hotel – aber das sollte euch nicht abschrecken!

 

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingscomedians:

Simon Amstell – ehemaliger Gastgeber bei Never Mind the Buzzcocks und Co-Autor als auch Star der TV sitcom Grandma’s House

John Bishop – vom Pharmazeutischen Rep zum Comedian, mit charmantem Liverpool Akzent; auch bekannt für seine wohltätigen Aktionen, wie zum Beispiel den Triathlon von Paris nach London, den er für Sport Relief absolvierte

Noel Fielding – bekannt als Teamkapitän bei Never mind the Buzzcocks, für seine Rolle in The IT crowd und als Co-Kreator der komplett verrückten Serie The Mighty Boosh

Micky Flanaganaus der Arbeiterklasse stammender Londoner mit Cockney Dialekt; regelmäßige Auftritt in den verschiedenen TV Panel Shows

Ricky Gervais – Verantwortlich für die Kultserien The office, Extras und Derek und neben Kinofilmen auch bekannt als Gastgeber der Golden Globes

Sarah Millicanerscheint regelmäßig in den moisten TV Comedy Panel Shows und hat einen starken Newcastle Akzent

Jon Richardson – bekannt als Teamkapitän der Channel 4 panel Show 8 out of 10 cats

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British comedy (EN)

author: Karen Schlaegel, Rosenheim
illustrator: Sarah Nickel, Munich

I LOVE British comedians! British humour tends to be full of sarcasm and self-deprecation (incidentally the latter seems to be a British characteristic in general), which is also a sign that Brits are perfectly able to laugh at themselves. And nothing is off limits really – for once political correctness is thrown overboard. British TV is full of comedy shows, some of which have had international success such as Ricky Gervais’ The office, which the German series Stromberg is ‘inspired by’ (well, really based on, I’d say…).

Every August, the Edinburgh Fringe Festival takes place and celebrates all things comedy. In the run up to the festival a lot of comedians test out their routines which is a great opportunity to catch even some of the very famous comedians in London for little money. But even throughout the year, London has a lot to offer in terms of comedy. Comedians often perform at the big arenas such as the O2 and Hammersmith Apollo. In addition, comedy clubs are very popular. In one evening, you get to see three or four different comedians. The line up is sometimes a surprise and can of course be a bit hit and miss at times. But for tickets starting at just £5 you can’t really go wrong!

It’s still a common cliché that Germans supposedly have no sense of humour. That and other stereotypes are the basis for Henning Wehn’s comedy: The self-proclaimed German Comedy Ambassador. Henning moved to the UK in 2002 to improve his English and first worked in the marketing department of a football club. And decided a year later to try out comedy at an open mic event. He has become rather popular over the last years and is now a regular on UK TV panel shows and his gigs are regularly sold out. His comedy routines show what a great insight he has into both the Brits and Germans and he makes fun of both. And if you can’t get tickets, you can at least sign up to his monthly, hilarious and free newsletter.

Another comedy event with a literature theme – and more of an insider tip – is the Literary Death Match. This is how it works: four authors have seven minutes to read from one of their publications. Two authors battle each other, and are judged by a panel of three judges, who focus on 1) literary merit, 2) performance and 3) intangibles. Those categories already indicate that none of this is to be taken too seriously. The winning two authors from the two rounds go through to the final which consists of some absurd competition whose winner takes home the Literary Death Match crown. Authors include emerging new talents as well as already established ones. For example I got to see Chris O’Dowd, known from the cult series The IT crowd, who read from Moone Boy – which is also a TV series. And Lionel Shriver was part of the judges once (for those who don’t know: author of the bestseller We need to talk about Kevin). All this for just £12 at small, intimate venues across London.

A word of warning: if you happen to sit at the front, you might get included in the show. Be prepared to be addressed by the comedian. Or otherwise, it might be best to sit at the back. The audience usually also includes some jokers who think they are just as funny as the act and start shouting stuff at the comedian. This sort of interference is referred to as heckling and adds an improvisation element.

Lastly, a lot of the comedians have strong regional accents, so a certain level of English knowledge is advantageous in order to be able to follow the jokes.

 

Comedy venues:

Camden Comedy at the Camden Head Pub – small function room on the first floor of this traditional pub; tickets from just £5

Comedy Cafe – in trendy Shoreditch on Rivington Street; Saturday night comedy with primarily yet unknown comedians and a DJ afterwards; tickets from £12

Covent Garden Comedy Club – situated in the Arches between Embankment and Charring Cross station; claims to be the biggest and most successful independent comedy club in central London; tickets for £13/£15

Leicester Square Theatre – two stages: one tiny and very intimate and another medium sized one; hosts some of the big names in comedy at reasonable prices

Pleasance theatre – venue in London and Edinburgh; London venue near Caledonia Road station, just north of King’s Cross, has a main stage with 260 seats and a small Stagespace with just 54 seats – be prepared to be squeezed a little; hosts the big and famous as well as the talented and upcoming

Soho Theatre – on Dean Street, off Tottenham Court Road; three stages and a bar all in one; quirky comedy and theatre at low prices

The 99 Club – shows across four different venues; tickets start at just £9; the Covent Garden venue is in the function room of a hotel – don’t let that put you off!

 

A selection of my favourite comedians:

Simon Amstell – former host of Never Mind the Buzzcocks and co-writer and star of TV sitcom Grandma’s House

John Bishop – pharmaceutical rep turned comedian with a lovely Scouse accent and also known for his charity work such as doing a triathlon from Paris to London for Sport Relief

Noel Fielding – best known for being team captain on Never mind the Buzzcocks, his role in The IT crowd and co-creating The Mighty Boosh series

Micky Flanaganworking class Londoner with Cockney accent, regularly appears on various TV shows

Ricky Gervais – creator of The office, Extras and Derek and also famous for having hosted the Golden Globes

Sarah Millicana regular on all the comedy panel shows with a distinct Geordie accent

Jon Richardson – team captain on the Channel 4 panel show 8 out of 10 cats

 

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