The Jack the Ripper Tour

Auf den Spuren von Jack the Ripper durch London (DE)

Text & Illustration: Sarah Nickel, München

Jack the Ripper ist das Pseudonym eines Serienmörders, dem die Morde an mindestens fünf Prostituieren im Jahr 1888 im Londoner East End zugerechnet werden. Der Mörder wurde nie gefasst. Das gibt natürlich allerhand Anlass für Spekulationen. Im Stadtteil Whitechapel, damals eines der ärmsten Stadtteile Londons, fand auch die „Jack the Ripper“ Tour statt, an der ich teilnahm. Hier auf Red Black London, dem illustrierten London Blog, erfahrt ihr mehr über diese Tour.

Jack the Ripper

Während der Tour wurde ich zu den Orten geführt, an denen die Opfer von Jack The Ripper gefunden wurden. Wie gruselig! Die Führung fand abends statt, als es bereits kalt und dunkel war. Unser Guide ist in einen schwarzen Umhang gekleidet und hat den Hut tief ins Gesicht gezogen. Wie gut ich mir in den verwinkelten Gassen Londons vorstellen kann, dass der Mörder hier einst lebste.

So kann man sich die Zeit, in der Jack lebte, vorstellen: In England kam es Mitte des 19. Jahrhunderts durch Einwanderung und eine latent hohe Geburtenrate zu einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum. London war aufgrund von Zuwanderungen völlig überbevölkert. Arbeitsplätze und Wohnmöglichkeiten waren rar. Viele Frauen verdienten ihr Geld mit Gelegenheitsprostitution. Das Leben spielte sich auf den Straßen, in Pubs und Armenunterkünften ab. Es war nicht schwer, hier Opfer zu finden.

Tatsächlich gab es viele der Orte noch, an denen man Jack gesehen hatte, z.B. in einem Pub, das wir  besuchten. Und wusstet ihr, dass die Grausamkeiten dokumentiert sind? Unser Guide warf die Fotos mit Hilfe eines Projektors an die Wand. Wir sahen Bilder von verstümmelten Frauenleichen und mir sowie einigen anderen Tour-Teilnehmern wurde  übel … Denn die Morde hatten sich aufgrund ihrer Grausamkeiten einen Namen gemacht. Die Kehlen der Frauen wurden durchtrennt, die Unterlaibe geöffnet, Organe entfernt, Gesichter verstümmelt. Die Grausamkeit nahm von Mord zu Mord zu. Und meine Angst an diesem kalten Abend auch.

Unser Guide erklärte uns, dass in der Zeit der Ripper-Morde die Ermittlungstechniken und Erkenntnisse auf einem erheblich geringeren Stand als heute waren. Viele forensische Techniken waren zu dieser Zeit unbekannt oder standen nicht zur Verfügung. Das Konzept und die Beweggründe von Serienmördern waren nur wenig ergründet.

Im Falle der Whitechapel-Morde suchte die Polizei in großen Gruppen die den Tatorten umliegenden Häuser auf und befragte über 2.000 Personen, über 300 von diesen wurden mit den Morden in Verbindung gebracht und 80 verhaftet. Es gab später einen engen Kreis von Tatverdächtigen, darunter auch eine Frau. Aber man hatte den Ripper nie gefasst. Es wird vermutet, dass er ausgewandert ist, ums Leben kam oder wegen eines anderen Deliktes geschnappt wurde.

Auch an diesem Abend wurde nicht aufgeklärt, wer Jack the Ripper nun war. Es könnte ein Arzt, ein Chirurg, ein Metzger oder auch ein Mann gewesen sein, der sich anatomische Kenntnisse aneignete. Wir wissen es einfach nicht – aber ich weiß und kann mit gutem Gewissen sagen, dass die Jack the Ripper Tour in London sehr authentisch und empfehlswert ist.

Mehr Infos zur Tour: www.jack-the-ripper-tour.com

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Über die Autorin & Illustratorin: Sarah Nickel, München

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